Kalorien zählen und trotzdem keine Ergebnisse
Warum sich das so frustrierend anfühlt und was wirklich hilft…
Letztens war ich mit ein paar Leuten essen.
Ich höre gerne zu und ich beobachte gerne. Und an diesem Abend ist mir etwas aufgefallen.
Am Tisch ging es relativ schnell um Ernährung. Um Zucker. Um das, was man darf und das, was man besser lassen sollte. Irgendwann fiel der Satz, dass Apfelsaft ja eigentlich etwas Gesundes sei. Und dass eine Cola doch etwas ganz anderes wäre.
Und da ist mir wieder bewusst geworden, wie wenig Verständnis oft dafür da ist, was Lebensmittel im Körper tatsächlich machen. Vor allem, wenn es um Zucker geht.
Für deinen Körper sind Apfelsaft und Cola nämlich gar nicht so unterschiedlich, wie viele glauben.
Aber das Spannendere kam erst danach.
Wir hatten gegessen, saßen noch gemütlich da und etwa eine Stunde später passierte etwas, das ich wirklich oft beobachte. Mehrere am Tisch wurden müde. So richtig müde. Dieses klassische Gefühl von…
„Boah, jetzt könnte ich mich direkt hinlegen.“
Und das ist eigentlich komisch, oder?
Man hat gerade gegessen.
Man hat Energie zu sich genommen.
Und trotzdem fühlt man sich kurze Zeit später müde, träge und erschöpft.
Mir ging es an diesem Abend ganz anders.
Ich war wach. Klar. Energiegeladen.
Und das hatte einen ganz bestimmten Grund.
Der Unterschied hatte nichts mit Disziplin oder Verzicht zu tun.
Auch ich habe gegessen. Sogar sehr viel. Nach einer groben Schätzung vermutlich sogar mehr Kalorien als die meisten am Tisch.
Der Unterschied lag nicht in der Menge.
Der Unterschied lag in den Lebensmitteln.
Und noch genauer gesagt… im Blutzuckerspiegel.
Und genau hier beginnt das große Missverständnis, das viele Menschen haben, wenn sie beginnen, sich mit Ernährung, Abnehmen oder Leistungsfähigkeit zu beschäftigen.
Warum wir so schnell bei Kalorien landen
Sobald Menschen etwas verändern wollen, dauert es meist nicht lange, bis sie bei Kalorien landen.
Wie viele Kalorien darf ich essen?
Wie viele brauche ich?
Wie tracke ich das richtig?
Muss ich alles abwiegen?
Welche App ist die beste?
Und mit diesen Fragen kommt oft noch etwas anderes dazu… Druck!
Der Druck, alles richtig zu machen.
Der Druck, nichts falsch zu berechnen.
Der Druck, die Kontrolle zu behalten.
Und trotzdem höre ich immer wieder genau das Gleiche.
„Ich halte mich daran und es passiert nichts.“
Oder sogar: „Ich bin im Defizit, esse weniger als mir gesagt wird und nehme trotzdem nicht ab.“
Das fühlt sich frustrierend an. Und die Frage entsteht ob mit dem eigenen Körper vielleicht etwas nicht stimmt.
Der Denkfehler und woher er kommt
Der Gedanke, dass du deinen Körper über Kalorien komplett kontrollieren kannst, ist kein natürlicher Gedanke.
Er kommt aus einer Diät- und Influencerwelt, die seit Jahren vermittelt: „Wenn du die Zahlen im Griff hast, hast du auch deinen Körper im Griff.“
Das klingt logisch.
Ist es aber nicht.
Dein Körper ist kein Taschenrechner.
Und er ist kein System, das jeden Tag gleich reagiert, nur weil du dieselbe Zahl eingibst.
Dein Körper ist ein komplexer Organismus. Und er ist sehr individuell.
Kein Körper ist gleich.
Und deshalb verarbeitet auch kein Körper Energie gleich.
Dein Energiebedarf ist keine feste Zahl
Wie dein Körper mit Nahrung umgeht, hängt von vielen Dingen ab.
Davon, wie gut du geschlafen hast.
Wie hoch dein Stresslevel ist.
Wie belastet du mental gerade bist.
Wie oft und wie intensiv du trainierst.
Wie deine Emotionen sind.
Wie dein Tag verlaufen ist.
Welche Lebensmittel du zu dir nimmst.
Bei Frauen kommt zusätzlich noch der Zyklus dazu.
Hormone spielen generell eine große Rolle.
Und ja, sogar die Menge an Energie, die du zuführst, beeinflusst, wie viel Energie dein Körper verbraucht. Auch dein Körper kennt so etwas wie einen „Stromsparmodus“.
Dein tatsächlicher Energiebedarf schwankt von einem Tag auf den anderen.
Kalorien geben Orientierung, aber keine exakte Kontrolle
Kalorien zu berechnen kann sinnvoll sein, um ein Gefühl für Mengen zu bekommen.
Problematisch wird es dann, wenn man glaubt, diese Zahlen wären exakt.
Denn Lebensmittel sind keine normierten Einheiten.
Ob Gemüse, Reis oder Fleisch, das wächst nicht unter Laborbedingungen.
Auch verarbeitete Lebensmittel sind nicht zu 100% identisch.
Abweichungen von zehn bis zwanzig Prozent sind völlig normal.
Das heißt, selbst wenn du alles korrekt trackst, liegst du am Ende trotzdem etwas daneben.
Wichtiger als die Zahl ist die Wirkung
Entscheidend ist nicht, wie viele Kalorien du zu dir nimmst, sondern woher diese Kalorien kommen und was sie in deinem Körper auslösen.
Es geht hier nicht darum, Kohlenhydrate, Fette oder Proteine schlecht oder gut zu reden.
Es geht nur um die Frage: Welche Wirkung haben sie in deinem Körper?
Kohlenhydrate beeinflussen den Blutzuckerspiegel.
Fette und Proteine tun das kaum.
Und der Blutzuckerspiegel beeinflusst wiederum den Insulinspiegel.
Diese beiden Faktoren haben einen enormen Einfluss darauf, wie du dich fühlst, wie stabil dein Energielevel ist, wie leistungsfähig du bist, wie stark dein Hungergefühl schwankt und auch darauf, wie dein Körper Fett einlagert oder abbaut.
Nach meiner Erfahrung ist es für viele Menschen deutlich hilfreicher, darauf zu achten den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, als Kalorien zu zählen.
Wissen ist nicht das Problem
Ich könnte jetzt nicht tiefer in die Biologie eintauchen und dir erklären, wie diese Prozesse funktionieren.
Aber die meisten Menschen scheitern nicht, weil sie zu wenig wissen.
Sie scheitern, weil sie nicht wissen, was sie konkret ändern sollen.
Oder weil sie versuchen, alles auf einmal zu verändern.
Und deshalb gebe ich dir heute bewusst nur eine einzige Sache mit.
Eine einfache Entscheidung mit großer Wirkung
Iss zu jeder Mahlzeit etwas Gemüse.
Ein kleiner Salat davor.
Gemüse direkt in die Mahlzeit integriert.
Oder ein paar Paprika, Tomaten oder Karotten nebenbei.
Das, was dir schmeckt und gut in deinen Alltag passt.
Warum genau das so wirksam ist
Gemüse, genauer gesagt die enthaltenen Ballaststoffe, helfen dabei, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und Spitzen abzufedern.
Gleichzeitig versorgst du deinen Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die wichtig sind, damit dein Körper gut funktionieren kann.
Und ganz oft passiert dann etwas Spannendes.
Heißhunger wird weniger.
Das Energielevel fühlt sich gleichmäßiger an.
Und Entscheidungen in Bezug auf deine Ernährung fallen leichter.
Probier es aus
Wenn du jetzt denkst: „Das kann doch nicht so viel bringen“, dann frage ich dich folgendes…
Hast du es schon einmal über vier bis acht Wochen konsequent ausprobiert? Und kostet es dich etwas, das für dich zu testen?
Mach es für zwei Monate. Konsequent.
Und schau, was passiert.
Ich freue mich auch, über dein Feedback.
Du willst noch mehr darüber erfahren? Dann lies hier in diesem Blogbeitrag weiter… Blutzuckerspitzen







