Theoretisch weißt du alles. Praktisch fühlst du dich seit Jahren gleich.
Ich sitze mit einem guten Buch da, mit dem Vorsatz, wirklich etwas zu verändern. Und am Ende ist genau nichts passiert.
Ich habe Bücher gelesen mit richtig wertvollem Inhalt. In manchen standen sogar Aufgaben drin, Dinge, die man umsetzen soll, bevor man weiterliest.
Weißt du, was ich mir jedes Mal gedacht habe? „Das mach ich, wenn ich mit dem Buch fertig bin.“
Natürlich habe ich diese Aufgaben nie gemacht. Ich war am Ende, habe mir gedacht, boah, was für ein starkes Buch und habe das nächste angefangen.
Ich bin extrem wissbegierig. Ich höre Bücher, ich höre Podcasts, ich mache Ausbildungen, am liebsten alles gleichzeitig. Wenn ich eine freie Minute habe, will ich sie nutzen, um irgendetwas dazuzulernen.
Vieles davon ist mir auch geblieben. Ich kann es abrufen, ich kann es weitergeben, ich kann anderen damit helfen. Nur selber umgesetzt habe ich davon in viele Fällen nichts.
Nie war Wissen so leicht zu bekommen
Genau das sehe ich bei den Menschen, die zu uns kommen. In jedem Bereich.
Sie schauen sich Videos auf YouTube an. Sie lesen Artikel. Sie hören Podcasts über Ernährung und Gesundheit. Sie schauen sich fünf Fitnessstudios an, vergleichen die Preise, überlegen hin und her. Und nach der einen Frage, wartet schon die nächste Frage…
Das ist ja das Verrückte an der Zeit, in der wir gerade leben. Du kannst dir heute beim Autofahren alles anhören. Wenn du regelmäßig unterwegs bist, kommst du in einem Jahr locker auf den Umfang eines halben Studiums. Ohne dass es dich effektiv Zeit kostet.
Klingt ja großartig, doch ist es das nur zur Hälfte. Denn dieses ganze Wissen bringt dir nichts, wenn du keine Entscheidung triffst. Keine Entscheidung darüber, was du jetzt damit machst. Was du diese Woche veränderst. Womit du anfängst. Wenn die fehlt, kannst du dich noch fünf Jahre lang informieren. Du wirst nach fünf Jahren mehr wissen und dich immer noch genau gleich fühlen.
„Was hast du gestern gegessen?“
Bei uns im Gym sehe ich das jeden Tag und zwar an einem interessanten Unterschied.
Beim Training vertrauen uns die Leute. Sie fragen, wie sie ihr Training aufbauen sollen, welche Kurse sie besuchen sollen, was sie verändern sollen. Und dann setzen sie es um. Ohne Diskussion. Genau dafür sind sie ja da.
Bei der Ernährung ist es anders. Die meisten kommen gar nicht wegen der Ernährung zu uns, aber ohne sie geht es nicht. Du kannst noch so gut trainieren, wenn das Essen nicht passt, bremst dich das massiv.
Und da kommt fast immer derselbe Satz: „Ich ernähre mich eh gut.“
Wenn ich dann nachfrage, merke ich, dass das Wissen wirklich da ist. Die Leute wissen einiges. Also frage ich weiter…
„Erzähl mir mal, was du gestern gegessen hast. Den ganzen Tag.“
Und die erste Reaktion ist fast immer dieselbe: „Ja, gestern war jetzt kein guter Beispieltag.“
Das Witzige daran ist, dass dieser Satz so oft kommt. Wenn wir ehrlich sind, ist eben fast kein Tag ein guter Beispieltag. Genau darum geht es ja.
Ich lasse mir den Tag trotzdem erzählen, einfach als Bestandsaufnahme. Und dann sieht man es sofort. Die Mahlzeiten schauen nicht so aus, wie die Person es selber zwei Minuten vorher beschrieben hat. Sie schauen so aus, wie sie seit Jahren ausschauen.
Mit einem kleinen schmunzeln denke ich mir… Mit meinen Büchern mache ich genau dasselbe.
Das ist der ganze Punkt. „Ich ernähre mich gut“ heißt in Wahrheit „Ich weiß, wie man sich gut ernährt“. Darüber habe ich hier schon einmal ausführlicher geschrieben.
Und weil ich gerade dabei bin…. Denk selber kurz an gestern. Nicht an einen guten Tag, an gestern.
Du weißt ziemlich genau, was du eigentlich anders machen solltest. Das weißt du nicht erst seit letzter Woche.
Passt das zusammen mit dem, was du gestern tatsächlich gegessen hast?
Wissen ändert nichts an deinem Frühstück und nichts an dem, was du machst, wenn du um halb acht müde und erschöpft nach Hause kommst. Und ich glaube, das ist bei der Ernährung so ausgeprägt, weil es ein persönliches Thema ist. Jeder isst jeden Tag. Da fühlt sich jeder zuständig. Beim Kreuzheben lässt man sich helfen, beim Abendessen nicht.
Was ich im Nutrition Kickstart am Anfang sage
Wir sitzen im Nutrition Kickstart in einer kleinen Gruppe zusammen und reden über Ernährung, über Gewohnheiten, über alles Mögliche.
Und fast immer kommt dieselbe Erwartung. Die Leute wollen einen Plan. Sie wollen möglichst viel Wissen mitnehmen. Sie fragen nach einer Zusammenfassung, nach Notizen, nach dem Inhalt in Textform, damit sie es zuhause nochmal nachlesen können.
Ich sage ihnen von der ersten Session an: Darum geht es hier nicht!
Wenn es nur um Wissen ginge, müssten wir uns gar nicht zusammensetzen. Das kannst du online nachlesen oder dir von einer KI zusammenfassen lassen, in fünf Minuten und noch dazu gratis.
Worum es wirklich geht? Dass dir klar wird, wie wenig Veränderung eigentlich braucht. Und dass du ins Tun kommst.
Deswegen vereinbaren wir nach jeder Session eine Action. Eine einzige Sache, die jeder bis zur nächsten Woche umsetzt. Und die Woche darauf reden wir darüber, wie es gelaufen ist.
Wenn das der einzige Inhalt vom ganzen Workshop wäre, nur diese Actions, dann wäre er immer noch mehr wert als jedes Buch, das du liest und von dem du nichts umsetzt.
Denk kurz an die Schule zurück
Wie viel haben wir alle gelernt. Jahrelang. Vorlesungen, Bücher, Aufgaben, Prüfungen.
Und jetzt sei ehrlich. Kannst du noch eine Differentialgleichung lösen? Kannst du erklären, was das Plusquamperfekt ist?
Wahrscheinlich nicht. Du hast es einmal gewusst. Du hast es nie angewendet.
Was geblieben ist, ist Lesen, Schreiben und Rechnen. Und zwar genau deswegen, weil du es jeden einzelnen Tag machst.
Mit Ernährung, Fitness und deiner Gesundheit ist es exakt gleich. Du kannst noch fünfhundert Blogartikel lesen und tausend Podcasts hören. Wenn du nichts davon anwendest, ist es in einem Jahr weg und an deiner Fitness hat sich nichts verändert.
Es gibt genau zwei Wege, die wirklich effizient sind
Ich will das Suchen gar nicht schlechtreden. Wenn du dich informierst und vergleichst, zeigt das, dass du wirklich etwas verändern willst. Nur geht es irgendwann gar nicht mehr ums Informieren, sondern du bist auf der Suche nach dem perfekten Weg. Und den wirst du nicht finden, weil es ihn nicht gibt.
Was es gibt, sind zwei effiziente Wege, die tatsächlich funktionieren.
Der erste: Du entscheidest dich, ein Thema komplett zu durchdringen. Nicht querlesen, sondern richtig eintauchen. Lernen, ausprobieren, umsetzen, dranbleiben und mit der Zeit selber Experte werden. Wenn das dein Ziel ist, go for it.
Der zweite: Du gehst zu jemandem, der in dem Bereich schon Experte ist. Zu einem Coach, zu einem Mentor. Und dann machst du einfach das, was diese Person sagt. Ohne jede Empfehlung nochmal gegenzugoogeln.
Und da wird es spannend, weil genau das vielen schwerfällt.
Wenn du jemandem nicht vertraust, der sich seit Jahren mit nichts anderem beschäftigt und trotzdem glaubst, du kommst mit deiner eigenen Recherche weiter, dann stell dir die Frage. Glaubst du wirklich, du kannst es besser? Oder ist das ständige Nachprüfen einfach die nächste Art, es weiter vor dir herzuschieben?
Ich stelle dir die Frage, weil ich sie mir selber schon stellen musste.
Der erste Schritt ist wichtiger als der richtige
Jetzt sage ich etwas, das eigentlich gegen mein eigenes Geschäft spricht.
Es ist gar nicht so wichtig, womit du startest.
Wenn du anfangen willst zu laufen, dann lauf. Wenn du zuhause mit Yoga anfängst, dann mach Yoga. Wenn du ins Fitnessstudio gehst, dann geh ins Fitnessstudio. Wenn du zum Zumba gehst, dann geh zum Zumba.
Jeder Start ist besser als kein Start.
Natürlich glaube ich, dass wir dich bei BRIZZLY am besten begleiten können. Aber du hilfst dir mehr mit einer Sache, die du tatsächlich machst, als mit der besten Lösung, über die du seit zwei Jahren nachdenkst.
Und das Schöne passiert danach. Sobald du in Bewegung bist, fängt dein ganzes Wissen plötzlich an, Sinn zu machen. Auf einmal denkst du dir… Proteine, wie krieg ich das ins Frühstück? Ah, ein Skyr dazu. Kleine Dinge, die vorher nur Theorie waren und jetzt einfach passieren.
Und mach jetzt nicht das nächste Thema auf
Der häufigste Fehler kommt direkt danach. Du entscheidest dich fürs Laufen und fängst sofort an zu recherchieren, welcher Laufschuh der beste ist. Welche Kleidung du brauchst. Welche App du nimmst.
Damit hast du das Suchen nur verschoben.
Du hast ein Sport Schuhe. Du hast vielleicht eine Yogamatte. Damit kannst du schon alles machen.
Mach eine Sache. Heute.
Nicht morgen. Nicht am Montag. Heute.
Such dir die eine Sache aus, über die du dich schon am längsten informierst und mach den einfachsten Schritt davon. Fünf Minuten reichen. Ein YouTube-Workout im Wohnzimmer reicht. Ein Termin, den du ausmachst, reicht.
Und überleg jetzt bitte nicht stundenlang, was das Beste wäre. Du weißt eh, was du tun könntest.
Wenn du es heute gemacht hast, überlegst du dir, wie du es morgen machst. Und dann machst du es morgen auch.
Das ist der ganze Trick. Es gibt keinen besseren.
Wenn du dich hier wiedererkannt hast, dann schau dir noch das an: Warum sich dein Körper nicht verändert, obwohl du es seit Jahren willst.
Und wenn dein erster Schritt ist heute einen Termin auszumachen, dann buch dir ein Beratungsgespräch bei uns. Wir reden dort nicht darüber, was du alles wissen solltest. Wir schauen, womit du anfängst.







